Gemerkel ist die Technik des Sichtragenlassens von dem sich durchsetzenden, öffentlich dominierenden Affekt begründeter Empörung. Gegen den Einspruch des Gelsenkirchener Verwaltungsgerichts, Sami A. nicht nach Tunesien auszuweisen, handelte Joachim Stamp, der
NRW-Integrationsminister, mit der Anweisung, ihn ins Flugzeug nach Tunesien zu setzen. Am Mittwoch voriger Woche verfügte das Oberwaltungsgericht Münster, die sofortige Rückkehr von Sami A. zu veranlassen. Am selben Tag (erinnere ich mich richtig?) ermahnte Herbert Reul, NRW-Innenminister, die Gerichte, nicht am Rechtsempfinden der Bevölkerung vorbei zu urteilen. Woraufhin Riccarda Brandts, die Vorsitzende Richterin des Oberverwaltungsgerichts, deutlich widersprach und die Position des Rechts zurecht rückte. Herbert Reul gelobte sofort Besserung und redete um ein Missverständnis herum. Er hatte nichts missverstanden, er hatte den ersten Grundsatz unserer Verfassung für Sami A. als irrelevant erklärt.
Zwei Tage später ermahnte unsere Bundeskanzlerin die nordrhein-westfälische Regierung, sich an die Gerichtsbeschlüsse zu halten. Ihre Ermahnung, sich an die Tischregeln zu halten, kam zwei Tage zu spät und war, wie so oft, wenn es um ihr Demokratie-Verständnis geht, deplaziert und überflüssig. Herbert Reul hatte unseren Grundsatz der Würde des Menschen missachtet. Das hätte sie sofort monieren müssen.
Mittwoch, 22. August 2018
Montag, 20. August 2018
Neues von den betrügerischen Hütern der Heiligen Kuh: der eine kommt nicht raus, der andere nicht rein (77)
Rupert Stadler, der inzwischen von seinen Aufgaben entbundene Vorstandschef von Audi, bleibt weiterhin in Untersuchungshaft; seiner Haftbeschwerde wurde nicht nachgegeben. Die Verdunklungsgefahr und die Gefahr der Beeinflussung von Zeugen bestehen fort. Mit anderen Worten: es besteht weiterhin ein gravierender Tatverdacht des Betrugs und, gewissermaßen hinzugekommen, der gravierende Verdacht der Manipulation von Zeugen. Ein Betrug, das sagt die Alltagserfahrung, kommt selten allein. Rupert Stadler, so scheint es, hat sich, wie man sagt, reingeritten und hält an seinen Dementis fest. Das ist sein Recht.
Als Vorstandschef ist er nicht weiter geschützt. Die Unschuldsvermutung hilft ihm nicht - schreibt Thomas Gennert in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (vom 15.8.2018, S. 16): der Vorstandsvorsitzende sei nicht nur der Angestellte einer Gesellschaft Konzerns, sondern er stünde auch mit ihr in einem Organverhältnis. Demnach hat er die ordnungsgemäße Geschäftsleitung zu garantieren; wird in einem Strafverfahren gegen ihn ermittelt, ist seine Geschäftsleitung gefährdet, seine Abberufung muss realisiert werden. "Ob die Vorwürfe der Strafverfolgungsbehörden", so Thomas Gennert, "zutreffend sind, ist hierfür irrelevant".
Inzwischen wurde ein neuer Mann ausgeguckt und präsentiert: Markus Duesmann (Jahrgang 1969) kommt von BMW zu Audi. "Da können sie sich auf etwas gefasst machen", titelt Georg Meck in der Allgemeinen Frankfurter Sonntagszeitung (29.7.2018, S. 26). Er sieht in ihm den Nachfolger von Rupert Stadler - die Konzernleitung presst die Lippen zusammen. Kein Wort vom Nachfolger. Da können sie sich auf etwas gefasst machen: ist offenbar Mecks an den VW-Vorstand adressierte Empfehlung. Markus Duesmann, so beschreibt er ihn, hat keine Beißhemmung. Seltsamerweise lässt sich Markus Duesmann auf die Taktik der VW-Herren ein, mit Rupert Stadler auf Zeit zu spielen und abzuwarten. Vielleicht hätte ihm Georg Meck empfehlen sollen, sich auf etwas gefasst zu machen.
Bleibt die im vergangenen Jahr (oder war es früher?) erfolgte Vertragsverlängerung der Position von Rupert Stadler: was war das? Der Abschuss einer Nebelkerze. Offenbar haben die Ermittlungsbehörden inzwischen gute Sicht.
Als Vorstandschef ist er nicht weiter geschützt. Die Unschuldsvermutung hilft ihm nicht - schreibt Thomas Gennert in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (vom 15.8.2018, S. 16): der Vorstandsvorsitzende sei nicht nur der Angestellte einer Gesellschaft Konzerns, sondern er stünde auch mit ihr in einem Organverhältnis. Demnach hat er die ordnungsgemäße Geschäftsleitung zu garantieren; wird in einem Strafverfahren gegen ihn ermittelt, ist seine Geschäftsleitung gefährdet, seine Abberufung muss realisiert werden. "Ob die Vorwürfe der Strafverfolgungsbehörden", so Thomas Gennert, "zutreffend sind, ist hierfür irrelevant".
Inzwischen wurde ein neuer Mann ausgeguckt und präsentiert: Markus Duesmann (Jahrgang 1969) kommt von BMW zu Audi. "Da können sie sich auf etwas gefasst machen", titelt Georg Meck in der Allgemeinen Frankfurter Sonntagszeitung (29.7.2018, S. 26). Er sieht in ihm den Nachfolger von Rupert Stadler - die Konzernleitung presst die Lippen zusammen. Kein Wort vom Nachfolger. Da können sie sich auf etwas gefasst machen: ist offenbar Mecks an den VW-Vorstand adressierte Empfehlung. Markus Duesmann, so beschreibt er ihn, hat keine Beißhemmung. Seltsamerweise lässt sich Markus Duesmann auf die Taktik der VW-Herren ein, mit Rupert Stadler auf Zeit zu spielen und abzuwarten. Vielleicht hätte ihm Georg Meck empfehlen sollen, sich auf etwas gefasst zu machen.
Bleibt die im vergangenen Jahr (oder war es früher?) erfolgte Vertragsverlängerung der Position von Rupert Stadler: was war das? Der Abschuss einer Nebelkerze. Offenbar haben die Ermittlungsbehörden inzwischen gute Sicht.
Montag, 9. Juli 2018
Neues von den betrügerischen Hütern der Heiligen Kuh: sie müssen die Stalltür öffnen (76)
Unser Bundesverfassungsgricht hat entschieden, meldete die Frankfurter Allgemeine Zeitung (vom vergangenen Samstag, dem 7.7.2018, S. 1): "Ermittler haben Zugang zu VW-Unterlagen". Die Unterlagen enthalten die Ermittlungsbefunde der U.S.-Kanzelei Jones Day, die die leitenden Herren des Wolfsburger Konzerns unter Verschluss halten zu können behaupteten - entgegen ihres Versprechens aus dem Jahr 2015, "alles" zur Aufklärung beizutragen.
Die Strategie der Verschanzung konnte nicht aufgehen. Seltsamerweise hat unsere Öffentlichkeit sich mit den Wolfsburger Argumenten der Verschanzung drei lange Jahre abgefunden: es gibt eine Art Komplizenschaft, die ihre Komplizenschaft leugnet. Die Wolfsburger oder Ingolfstädter Maskerade aus Selbstherrlichkeit, Arroganz und Dummheit taugt nicht mehr. Bislang hat sie ganz schön viel gekostet.
Die Strategie der Verschanzung konnte nicht aufgehen. Seltsamerweise hat unsere Öffentlichkeit sich mit den Wolfsburger Argumenten der Verschanzung drei lange Jahre abgefunden: es gibt eine Art Komplizenschaft, die ihre Komplizenschaft leugnet. Die Wolfsburger oder Ingolfstädter Maskerade aus Selbstherrlichkeit, Arroganz und Dummheit taugt nicht mehr. Bislang hat sie ganz schön viel gekostet.
Freitag, 6. Juli 2018
Gemerkel 3
Früher, als die Fahrzeugachsen noch viel Fett benötigten, hieß es: wer gut schmiert, der gut fährt. Heute glauben die Wiederwahl-Strategen des Bundeskanzleramtes und der Parteizentrale: wer gut bützt, der gut fährt.
Leider bützt Angela Merkel regelmäßig den Falschen.
Leider verplempert sie viel Zeit mit dem Arrangieren und Exekutieren von Fototerminen fürs Drücken & Bützen.
Leider bützt Angela Merkel regelmäßig den Falschen.
Leider verplempert sie viel Zeit mit dem Arrangieren und Exekutieren von Fototerminen fürs Drücken & Bützen.
Mittwoch, 4. Juli 2018
Gemerkel 2
Die Bundeskanzlerin sagte vor einiger Zeit - dieser Satz sollte regelmäßig erinnert werden - sinngemäß: eigentlich sei immer Wahlkampf. Im Klartext heißt das in ihrer Sicht: ich denke immer an meine Aussichten, wieder gewählt zu werden. Woran denkt sie noch? Das wissen wir natürlich (leider) nicht.
Aber wir können jetzt sehen, was ihr Missverständnis und ihre Verwechslung von politischem Amt und Vorsitz einer Partei angerichtet haben: ein heilloses Durcheinander mit einem Innenminister, der
sich als Parteivorsitzender in einem politischen Amt versteht und sich aufführt als der Kollege Parteivorsitzender, der sich nichts sagen lassen muss, weil er keine Chefin hat, sondern der Chef ist, der sie zur Unter-Chefin gemacht hat. Auch eine verdrehte oder verbohrte Sicht enthält eine Wahrheit - wahrscheinlich ist unsere Kanzlerin ihm verpflichtet.
Dass sie nicht unterscheidet zwischen dem verfassungsrechtlich gesicherten Institut des Amts des Bundeskanzlers und dem Vorsitz einer politischen Partei, sagt viel über Angela Merkels Politik-Verständnis. Dass sie als Regierungschefin ihren Innenminister Horst Seehofer nicht zurückzupfeifen sich traut, sagt viel über ihr Amtsverständnis und ihre parteipolitische Gebundenheit. Es wird Zeit für einen Misstrauensantrag. Leider haben manche der Parteien unseres Bundestages zuviel Scheu - wie man so sagt - vor dem Beifall von der falschen Seite: vor den Repräsentanten der Alternative für Deutschland. Den muss man - darf man - nicht haben: sie sind legitime Mitglieder des Bundestages.
Aber wir können jetzt sehen, was ihr Missverständnis und ihre Verwechslung von politischem Amt und Vorsitz einer Partei angerichtet haben: ein heilloses Durcheinander mit einem Innenminister, der
sich als Parteivorsitzender in einem politischen Amt versteht und sich aufführt als der Kollege Parteivorsitzender, der sich nichts sagen lassen muss, weil er keine Chefin hat, sondern der Chef ist, der sie zur Unter-Chefin gemacht hat. Auch eine verdrehte oder verbohrte Sicht enthält eine Wahrheit - wahrscheinlich ist unsere Kanzlerin ihm verpflichtet.
Dass sie nicht unterscheidet zwischen dem verfassungsrechtlich gesicherten Institut des Amts des Bundeskanzlers und dem Vorsitz einer politischen Partei, sagt viel über Angela Merkels Politik-Verständnis. Dass sie als Regierungschefin ihren Innenminister Horst Seehofer nicht zurückzupfeifen sich traut, sagt viel über ihr Amtsverständnis und ihre parteipolitische Gebundenheit. Es wird Zeit für einen Misstrauensantrag. Leider haben manche der Parteien unseres Bundestages zuviel Scheu - wie man so sagt - vor dem Beifall von der falschen Seite: vor den Repräsentanten der Alternative für Deutschland. Den muss man - darf man - nicht haben: sie sind legitime Mitglieder des Bundestages.
Freitag, 29. Juni 2018
Die bundesdeutsche Fußball-Mannschaft ist aus dem 2018er Turnier ausgeschieden
Die bundesdeutsche Fußball-Mannschaft ist ausgeschieden. Eine Katastrophe?
Nein. Die Niederlage ist der Normalfall im Sport. 1954, 1974, 1990 und 2014 gelang unseren Fußball-Mannschaften die außergewöhnliche Leistung einer Weltmeisterschaft. Jeder Gewinn hatte seine eigene Geschichte. Jedes Scheitern in den dazwischen liegenden Jahren auch.
Jetzt stimmte etwas nicht. Unsere Mannschaft strengte sich enorm an, eine Mannschaft zu sein - aber es gelang ihr nicht. Sie war keine Mannschaft - eher eine Gruppe Fremder. Eine Mannschaft ist das Beziehungsprodukt, in dem das Gefühl gegenseitiger Sicherheit jedes Mitglied trägt und aufleben lässt in dem gemeinsam gelebten, gelungenen aggressiven Impuls, sich durchzusetzen. Unsere Mannschaft wirkte und war verzagt - die Gründe dafür sind vielfältig.
1. Man darf sich um die Verletzlichkeit des eigenen Körpers nicht sorgen. Zu viele Spieler machten sich - vermutlich - Sorgen.
2. Wie die Beziehungen der Spieler zueinander waren, ist nicht bekannt. Oliver Kahn wies im ZDF auf das schwierige (mögliche) Gefälle der Spieler hin, von denen einige 2014 das Turnier gewonnen hatten, andere nicht.
3. Die Spieler müssen buchstäblich den Kopf für Beziehungen frei haben, sich in der Mannschaft und als Mannschaft entwickeln zu können. Fremde Erwartungen der Großartigkeit behindern. Die immense mediale Aufmerksamkeit im Dienste verschiedener Geschäfte verpflichtet und behindert; sich davon frei machen zu können, ist eine schwierige Leistung der Behauptung einer Autonomie. Davon abgesehen gibt es die persönlichen, freundschaftlichen und verwandtschaftlichen Verpflichtungen.
Etwas ist gelungen: die Marketing-Anstrengung der Mercedes-Leute. Rechtzeitig zum Ende des Turniers werden die neuen Modelle der so genannten C-Klasse lanciert. Der Slogan Best Never Rest mit der Betonung auf das Vau in never, das zugleich die lateinische Fünf - für den Gewinn der fünften Weltmeisterschaft - symbolisiert, verdichtet die enorme Last, die den Spielern möglicherweise aufgebürdet wurde. Man müsste die Summen dieses Geschäfts kennen. Fußball ist ein Spiel; wenn das - im weitesten Sinn - mediale Geschäft sich aufdrängt, wird das Spiel zerstört. Das ist eine Hypothese, von der ich nicht weiß, ob und wie weit sie trägt.
Nein. Die Niederlage ist der Normalfall im Sport. 1954, 1974, 1990 und 2014 gelang unseren Fußball-Mannschaften die außergewöhnliche Leistung einer Weltmeisterschaft. Jeder Gewinn hatte seine eigene Geschichte. Jedes Scheitern in den dazwischen liegenden Jahren auch.
Jetzt stimmte etwas nicht. Unsere Mannschaft strengte sich enorm an, eine Mannschaft zu sein - aber es gelang ihr nicht. Sie war keine Mannschaft - eher eine Gruppe Fremder. Eine Mannschaft ist das Beziehungsprodukt, in dem das Gefühl gegenseitiger Sicherheit jedes Mitglied trägt und aufleben lässt in dem gemeinsam gelebten, gelungenen aggressiven Impuls, sich durchzusetzen. Unsere Mannschaft wirkte und war verzagt - die Gründe dafür sind vielfältig.
1. Man darf sich um die Verletzlichkeit des eigenen Körpers nicht sorgen. Zu viele Spieler machten sich - vermutlich - Sorgen.
2. Wie die Beziehungen der Spieler zueinander waren, ist nicht bekannt. Oliver Kahn wies im ZDF auf das schwierige (mögliche) Gefälle der Spieler hin, von denen einige 2014 das Turnier gewonnen hatten, andere nicht.
3. Die Spieler müssen buchstäblich den Kopf für Beziehungen frei haben, sich in der Mannschaft und als Mannschaft entwickeln zu können. Fremde Erwartungen der Großartigkeit behindern. Die immense mediale Aufmerksamkeit im Dienste verschiedener Geschäfte verpflichtet und behindert; sich davon frei machen zu können, ist eine schwierige Leistung der Behauptung einer Autonomie. Davon abgesehen gibt es die persönlichen, freundschaftlichen und verwandtschaftlichen Verpflichtungen.
Etwas ist gelungen: die Marketing-Anstrengung der Mercedes-Leute. Rechtzeitig zum Ende des Turniers werden die neuen Modelle der so genannten C-Klasse lanciert. Der Slogan Best Never Rest mit der Betonung auf das Vau in never, das zugleich die lateinische Fünf - für den Gewinn der fünften Weltmeisterschaft - symbolisiert, verdichtet die enorme Last, die den Spielern möglicherweise aufgebürdet wurde. Man müsste die Summen dieses Geschäfts kennen. Fußball ist ein Spiel; wenn das - im weitesten Sinn - mediale Geschäft sich aufdrängt, wird das Spiel zerstört. Das ist eine Hypothese, von der ich nicht weiß, ob und wie weit sie trägt.
Dienstag, 19. Juni 2018
Der selbstgefällige Journalist II - Lektüre des Journalismus (73)
Die bundesdeutsche Fußball-Nationalmannschaft hat gegen Mexiko 0:1 verloren. Es geht ganz normal zu: wir sind in einem Weltmeisterschaftsturnier. Wer sich an die vergangenen Turniere erinnert, weiß: meistens war es eine Holperei; meistens waren die Spiele knapp. Nur beim letzten Turnier ging es - Ausnahme war das Spiel gegen Algerien, das Manuel Neuer für uns umbog - für den Zuschauer vergleichswerise glatt und angenehm zu. Der Normalfall waren Zitterpartien mit Nägelkauen.
Heute Morgen lese ich den langen Riemen von Michael Horeni (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19.6.2018, S. 36) mit den Überschriften:
"War's das schon? Die ersten Anzeichen deuten darauf hin, dass die gealterten Wohlfühl-Weltmeister trotz des Fehlstarts gegen Mexiko in der Welt der Selbsttäuschung verharren wollen. Bundestrainer Löw zieht sich auf sich selbst zurück".
Die gealterten Wohlfühl-Weltmeister sind ein Wort der aufgeblasenen Herablassung. Michael Horeni hat die alten Turniere (1954, 1958, 1962, 1966) nicht miterlebt - er ist, wie das Internet angibt, Jahrgang 1965. Sein größtes Interesse, ist dort zu lesen, gilt dem Fußball. Dann müsste er es besser wissen. Wieso bringt er so wenig Verständnis auf? Sicherlich fühlen sich unsere Fußballer jetzt nicht wohl. Sie wissen, wie sie gespielt haben. Sie wissen, was auf sie zukommt. Sie waren, wenn man ihr unglückliches Spiel etwas anders versteht, offenbar gelähmt - man kann vermuten, dass der immense, unbarmherzige Erwartungsdruck vom künftigen Weltmeister, der seinen Erfolg wiederholt, mächtig auf ihnen lastete. Michael Horeni wirft ihnen vor: Selbsttäuschung. Woher weiß er das? Hat er mit ihnen ausführlich gesprochen? Haben sie ihm genaue Auskunft gegeben?
Nein. Michael Horenis Vorwurf der Selbsttäuschung ist: erschlossen; behauptet. Journalismus als Bluff. Sein Vorwurf passt zur (hier & da anzutreffenden, in meinen Blogs beschriebenen) Redaktions-Politik der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: Journalismus als Haltung der beobachtenden, unbeteiligten Selbstgefälligkeit.
Zum Glück lassen sie Niko Kovac zu Wort kommen; er hat einige gute Argumente für unsere Nationalmannschaft.
(Überarbeitung: 9.7.2018)
Heute Morgen lese ich den langen Riemen von Michael Horeni (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19.6.2018, S. 36) mit den Überschriften:
"War's das schon? Die ersten Anzeichen deuten darauf hin, dass die gealterten Wohlfühl-Weltmeister trotz des Fehlstarts gegen Mexiko in der Welt der Selbsttäuschung verharren wollen. Bundestrainer Löw zieht sich auf sich selbst zurück".
Die gealterten Wohlfühl-Weltmeister sind ein Wort der aufgeblasenen Herablassung. Michael Horeni hat die alten Turniere (1954, 1958, 1962, 1966) nicht miterlebt - er ist, wie das Internet angibt, Jahrgang 1965. Sein größtes Interesse, ist dort zu lesen, gilt dem Fußball. Dann müsste er es besser wissen. Wieso bringt er so wenig Verständnis auf? Sicherlich fühlen sich unsere Fußballer jetzt nicht wohl. Sie wissen, wie sie gespielt haben. Sie wissen, was auf sie zukommt. Sie waren, wenn man ihr unglückliches Spiel etwas anders versteht, offenbar gelähmt - man kann vermuten, dass der immense, unbarmherzige Erwartungsdruck vom künftigen Weltmeister, der seinen Erfolg wiederholt, mächtig auf ihnen lastete. Michael Horeni wirft ihnen vor: Selbsttäuschung. Woher weiß er das? Hat er mit ihnen ausführlich gesprochen? Haben sie ihm genaue Auskunft gegeben?
Nein. Michael Horenis Vorwurf der Selbsttäuschung ist: erschlossen; behauptet. Journalismus als Bluff. Sein Vorwurf passt zur (hier & da anzutreffenden, in meinen Blogs beschriebenen) Redaktions-Politik der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: Journalismus als Haltung der beobachtenden, unbeteiligten Selbstgefälligkeit.
Zum Glück lassen sie Niko Kovac zu Wort kommen; er hat einige gute Argumente für unsere Nationalmannschaft.
(Überarbeitung: 9.7.2018)
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