"Stromschlag ins Gehirn", titelte die SZ gestern vom 27.8.2012 auf ihrer Seite 14 (Wissen), "die Elektrokrampftherapie kann schwerste Depressionen lindern. Doch Patienten mit Stromstößen zu behandeln, weckt Ängste und beschwört das Bild einer menschenverachtenden Psychiatrie. Deshalb wird die Methode nur selten eingesetzt". Vielleicht gibt es noch andere Gründe als den der Abneigung, dieses Verfahren nicht einzusetzen. Zuerst fällt auf, dass der Autor Thomas Wagner-Nagy nicht zwischen Methode und Verfahren unterschied. Eine Methode ist Theorie-geleitetes Handeln und folgt einem Erkenntnis-Interesse. Die Elektrokrampftherapie ist Theorie-loses Handeln. Sie folgt einigen schlichten Ideen. 1. Der lebensgeschichtliche Kontext eines oder einer an einer Depression Erkrankten hat sich in neurologischen Mustern etabliert. 2. Die Funktionsweise und Struktur dieser Muster sind, obgleich sie nur in Umrissen bekannt sind, beeinflussbar. 3. Weil die neuronale Erregungsleitung - ohne dass bekannt ist, was die Erregungen (an lebensgeschichtlichen Kontexten) vermitteln - auf elektro-chemischen Prozessen basiert, kann sie mit elektrischen Impulsen beeinflusst werden. 4. Der Eingriff erfolgt nach dem von elektronischen Systemen bekannten Prinzip des Reset.
Der Autor schrieb: "In der Tat ist über den eigentlichen Wirkmechanismus der EKT so gut wie nichts bekannt...Mittlerweile wissen Forscher, dass manche Hirnareale bei depressiven Patienten stärker vernetzt sind und miteinander kommunizieren als bei gesunden Menschen. Diese Hyperkonnektivität zu reduzieren, verspricht also Erfolg bei der Therapie von Depressionen". Hyperkonnektivität, ein hübsches Fremdwort, ist die Beschreibung einer Verdichtung, keine Erklärung; was sie für eine depressive Erkrankung bedeutet, ist unklar. Das Verfahren der Stromstöße ist ein massiver, unglaublich schmerzhafter Eingriff, der sorgfältig betäubt werden muss; er ähnelt einem epileptischen Anfall. Die empirische Basis für den Erfolg dieses Verfahrens ist schmal. Der Autor berichtete von einer Studie, an der neun Patienten teilnahmen, wie er schrieb, die sich "hinterher besser fühlten" - abhängig davon, wie stark der Eingriff "die Überaktivität senken konnte". Der Effekt hält offenbar nur Monate. "Spätestens nach sechs Monaten, so Thomas Wagner-Nagy, "müssen sich vier von fünf Patienten einer neuen Therapie unterziehen". Diese Erfolgsquote erreicht die Erfolgsquote mancher Sucht-Therapien.
Bleibt die Frage, was der Text vom Stromschlag gestern in der SZ sollte. Er gehört in den Kontext einer Wissenschaftspolitik, die die Komplexität psychischer Erkrankungen zu reduzieren versucht und zu helfen verspricht, ohne zu wissen, worin die Hilfe besteht. Er spricht die Sprache der Akquisition.
Dienstag, 28. August 2012
Dienstag, 26. Juni 2012
I'm Singin' In The Rain - Again
Mit Metaphern wird Politik kommuniziert. Dafür müssen sie wie das Schiffchen ins Wasser in der öffentlichen Diskussion in Umlauf gebracht werden. Dann kann mit der Wiederholung der Metaphern Politik gemacht werden. Vor einem guten halben Jahr begann der Rettungsschirm zu kursieren. Vor einem halben Jahr (s. meinen Blog vom 3.10.2011) fand ich den Rettungsschirm fürs Retten zu schwerfällig - eine sozusagen unmögliche Metapher. Inzwischen kursiert sie und hat sich, wie mein Vater gesagt hätte, ausgerettet. Inzwischen ist die mit ihr verbundene Politik deutlich geworden: 1. Einer hält den Schirm und kontrolliert, wer drunter darf; 2. der Schirm wird, wie das immer üblich ist, nur für Regenfälle kurzzeitig aufgespannt - mit anderen Worten: unter dem Schirm wird abgewartet, Zeit tot geschlagen und nur das Nötigste getan. Inzwischen wissen wir: das funktioniert so nicht. Die Euro-Krise ist eine strukturelle Krise - es fehlt an institutionalisierten Übereinkünften. Ob wir dies hinbekommen - hinbekommen wollen, ist die Frage.
Montag, 11. Juni 2012
Körper-Sprache und Stahlhelme
Früher in den 50er Jahren, so ich mich richtig erinnere, musste man die hier und da auf Raufereien wartenden Jugendlichen mit diesem Verhaltensmuster passieren: Wenn man sich anschaute, durfte man nicht zuerst die Lider niederschlagen, zudem musste man seinen Blick schweifen lassen und ihn nicht fixieren. So präsentierte man sich cool und gab sich raufpotent und ließ sich nicht als einfaches Opfer ausgucken. Dass das heute unter Körpersprache subsumiert wird, wussten wir natürlich nicht. Wir kannten auch das Substantiv Opfer nicht als ein unter Jugendlichen sehr kränkendes Schimpfwort. Die so genannte Körpersprache hat den alten militärisch getönten Appell, der mit einem Schlag auf den Rücken kommuniziert wird - Kopf hoch, Brust raus, Bauch rein - assimiliert und verfeinert. Heute muss man sich noch breitbeinig stellen. Dann spricht der Körper seine einschüchternde Sprache. Das Konzept der Körper-Sprache beruht auf einem Konzept direkter Wirkung: Wenn ich bestimmte Muskeln anspanne, teile ich mich gespannt (kräftig) mit. Philip Furley, Sportwissenschaftler in Köln, sagte dazu im Kölner Stadt-Anzeiger (vom 9./10.6.2012, S. 11 im Magazin): "Zumindest führt es dazu (das Anspannen, G.B.), dass er in den meisten Fällen bei seinem Gegner einen positiven respektvollen Eindruck hinterlässt und dadurch seine Chancen erhöht, treffen zu können". Das ist die Frage. Der erste Eindruck ist für die Sympathie- und Antipathie-Abschätzung wichtig. Aber erst danach wird es interessant. Wie ich den ersten Ball annehme und ihn passe, ist aufschlussreich. Stehen ist einfach, Spielen ist eine hochkomplexe psychomotorische Koordination, die vom Affektsystem entscheidend beeinflusst wird. Das wusste offenbar unser bundesdeutscher Fußball-Co-Trainer Hansi Flick, der der Sprache des forcierten Körpers beim Warten auf die Exekution eines der portugiesischen Mannschaft möglicherweise zugesprochenen Freistoßes nicht traute, weshalb er zu dem einst einschüchternden Ausrüstungsgegenstand des deutschen Militärs griff, das, mit dem Wort des Auftrumpfens - Wehrmacht - belegt, wütete und irreparables Leid hinterließ: dem deutschen Stahlhelm. Mit seiner unglücklichen Metapher sagte Hansi Flick: 1. Wir haben Schiß, da hilft kein Muskel-Pressen; 2. der portugiesische Spieler CR 7 schießt unglaublich scharf; 3. wir brauchen Unterstützung. Dass er sich so klein machte und ans deutsche Militär dachte, ist schade. Im Eifer des Turnier-Gefechts kommen einem die blödsinnigsten Ideen. Das war uncool.
Dienstag, 15. Mai 2012
In olden days / A glimpse of stocking / Was looked upon something shocking / Now heaven knows - anything goes
Natürlich geht nicht alles. Das wusste Cole Porter, der dieses Lied schrieb und komponierte, genau. Er blieb nie unter seinem Niveau. Das ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Frage der (künstlerischen) Redlichkeit. Cole Porter hielt sein Publikum nicht für dumm. Für eine Tageszeitung gilt die journalistische Redlichkeit. Die BILD-Zeitung lügt jeden Tag mit ihrer Werbung "BILD dir deine Meinung". Daran hat deren Redaktion kein Interesse. Geliefert wird Tag für Tag das Bad im Ressentiment; die Redaktion denkt an eine Leserschaft, die ihre Verbitterungen und ihre Abneigungen bestätigt sehen möchte. Heute lautet die Schlagzeile - beim Bäcker gelesen: "Porsche fährt durch Café-Terrasse". Porsche.
Von einer Tageszeitung erwarte ich, dass sie ihren Leserinnen und Lesern die Kontexte ausreichend beschreibt, so dass man eine Idee bekommt von dem was läuft. Die SZ bemüht sich mehr und mehr, darüber hinaus die Subtexte der öffentlichen Diskussion zu beschreiben. Deshalb finde ich es in Ordnung, dass die drei Journalisten der SZ, Hans Leyendecker, Klaus Ott und Nicolas Richter, den Henri Nannen-Preis verweigerten, der gleichzeitig an die BILD-Journalisten Nikolaus Harbusch und Martin Heidemanns verliehen wurde - sie wollten nicht von einer Jury ausgezeichnet werden, die nicht differenziert zwischen journalistischer Redlichkeit und journalistischer Unredlichkeit. Noch immer sind die Kontexte entscheidend für die Wahrnehmung der Bedeutungszusammenhänge. Der Kontext des Ressentiments erstickt einen nachdenklichen Gedanken. Im Kontext des Ressentiments kann man vom Verständnis sprechen und zur Hetzjagd einladen. Der Slogan "BILD dir deine Meinung" - der im Klartext Pflegst du nicht auch gern dein Ressentiment? heißt und zu dessen Unterstützung und Beschwichtigung prominente Gesichter gekauft wurden (die man sich alle merken sollte) - ist das beste Argument gegen diese Zeitung. Ein Bravo! für die SZ-Journalisten, die sich am vergangenen Freitag, den 11.5.2012, nicht vereinnahmen ließen für den zynischen Ausverkauf journalistischer Ideale und die sich für diese Art von Auszeichnung bedankten.
Von einer Tageszeitung erwarte ich, dass sie ihren Leserinnen und Lesern die Kontexte ausreichend beschreibt, so dass man eine Idee bekommt von dem was läuft. Die SZ bemüht sich mehr und mehr, darüber hinaus die Subtexte der öffentlichen Diskussion zu beschreiben. Deshalb finde ich es in Ordnung, dass die drei Journalisten der SZ, Hans Leyendecker, Klaus Ott und Nicolas Richter, den Henri Nannen-Preis verweigerten, der gleichzeitig an die BILD-Journalisten Nikolaus Harbusch und Martin Heidemanns verliehen wurde - sie wollten nicht von einer Jury ausgezeichnet werden, die nicht differenziert zwischen journalistischer Redlichkeit und journalistischer Unredlichkeit. Noch immer sind die Kontexte entscheidend für die Wahrnehmung der Bedeutungszusammenhänge. Der Kontext des Ressentiments erstickt einen nachdenklichen Gedanken. Im Kontext des Ressentiments kann man vom Verständnis sprechen und zur Hetzjagd einladen. Der Slogan "BILD dir deine Meinung" - der im Klartext Pflegst du nicht auch gern dein Ressentiment? heißt und zu dessen Unterstützung und Beschwichtigung prominente Gesichter gekauft wurden (die man sich alle merken sollte) - ist das beste Argument gegen diese Zeitung. Ein Bravo! für die SZ-Journalisten, die sich am vergangenen Freitag, den 11.5.2012, nicht vereinnahmen ließen für den zynischen Ausverkauf journalistischer Ideale und die sich für diese Art von Auszeichnung bedankten.
Mittwoch, 25. April 2012
Ein unmöglicher Plan des Gesetzgebers
Heute, am 25.4.2012, machte die SZ mit dieser Schlagzeile auf: "Arme gehen beim Betreuungsgeld leer aus". Die Ober- und Unterzeilen lauteten: "Familienministerium bereitet Gesetzentwurf vor. Koalition will den geplanten Zuschuss von 150 Euro in voller Höhe von der Hartz-IV-Leistung abziehen". Der Kommentar der Zeitung zu diesem Plan einer seltsamen Gesetzgebung sagt einen Sturm der Empörung voraus. Die Empörung wäre zu wenig. Zum xten Mal (ich habe es nicht nachgehalten) kommuniziert unsere Regierungskoalition oder eines ihrer Subsysteme das Desinteresse an unseren Lebensproblemen - dieses Mal an den Leuten, die mit dem, was ihnen der Gesetzgeber als Existenzminimum vorrechnet, leben müssen. Geplant ist, das in der Regierungskoalition als Verhandlungspfand umstrittene Betreuungsgeld von der gesetzlichen Zuwendung abzuziehen, die Hartz IV heißt und die chronische Kränkung etabliert. Jetzt dreht das Verfahren des Auszahlens und Einkassierens (des Betreuungsgeldes) die Schraube der staatlichen Kränkung weiter und verursacht neue Kosten, aber vielleicht neue Arbeitsplätze. Das Verfahren verstößt (in meinem Rechtsverständnis) gegen den Gleichheitsgrundsatz, weil denen, die ihr Leben finanzieren können, der Betrag zugestanden wird, aber denen, die es nicht können, nicht. Das Verfahren unterstellt ein ausschließliches Interesse am Geldbetrag, aber ein Desinteresse an der Entwicklung des Kindes; damit würde das Ressentiment, das eine egozentrische Lebensrealität der ökonomisch bedürftigen Eltern oder Elternteile und deren ungenügende psychosoziale Kompetenz behauptet, gewissermaßen per Gesetz festgeschrieben und zur Praxis erhoben.
Montag, 23. April 2012
Der seltsame Impuls des Unverständnisses
Am vergangenen Samstag, den 21.4.2012, zog Hans Holzhaider auf der stets lesenswerten Seite Drei der SZ nach der ersten Woche der Osloer Verhandlung der Straftaten von Anders Breivik Bilanz - Titel und Untertitel resümieren: "Alles gesagt. Eine Woche in Oslo: Was einen Menschen zu solch einem Verbrechen treibt, kann auch der Prozess gegen Anders Breivik nicht klären. Aber die ganze Erbärmlichkeit eines Massenmörders, die steht vor Gericht".
Der Autor Hans Holzhaider ist ungeduldig. Das Verfahren ist noch nicht beendet, die Gutachter haben ihre Gutachten nicht vorgetragen, aber der Autor erklärt: "Was einen Menschen zu solch einem Verbrechen treibt, kann auch der Prozess nicht klären". Wieso nicht? Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Eine Mindestanforderung an unsere forensischen Gutachter besteht darin, eine tragfähige Hypothese für eine lebensgeschichtliche Verortung der Straftaten vorzulegen - also klar zu legen, wie die Straftaten das Produkt der Kumulation spezifischer Erfahrungen der Lebensgeschichte sind. Die norwegischen Gutachter müssen darlegen, jenseits der politisch-philosophisch angestrengten Rationalisierungen, an wen Anders Breiviks offenbar unersättlicher Hass lebensgeschichtlich adressiert war oder ist. Damit würde deutlich, was Anders Breivik bewegte und bewegt.
Zur Erbärmlichkeit. Das Wort ist die Vokabel der Verachtung. Es enthält aber das Wort Erbarmen. Daran muss man erinnern. Es gibt auch die enorme Not Anders Breiviks - für die zumindest das Gericht ein Verständnis aufbringen muss, will es nicht den Täter mit seinen Taten gleichsetzen und ihn damit entmenschlichen und die gesetzliche Ordnung so weit korrumpieren, dass das Konzept der Würde des Menschen, auch wenn es schwer fällt, sie zu respektieren, dem merkwürdigen Impuls geopfert wird, das Verstehen zu verweigern.
Der Autor Hans Holzhaider ist ungeduldig. Das Verfahren ist noch nicht beendet, die Gutachter haben ihre Gutachten nicht vorgetragen, aber der Autor erklärt: "Was einen Menschen zu solch einem Verbrechen treibt, kann auch der Prozess nicht klären". Wieso nicht? Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Eine Mindestanforderung an unsere forensischen Gutachter besteht darin, eine tragfähige Hypothese für eine lebensgeschichtliche Verortung der Straftaten vorzulegen - also klar zu legen, wie die Straftaten das Produkt der Kumulation spezifischer Erfahrungen der Lebensgeschichte sind. Die norwegischen Gutachter müssen darlegen, jenseits der politisch-philosophisch angestrengten Rationalisierungen, an wen Anders Breiviks offenbar unersättlicher Hass lebensgeschichtlich adressiert war oder ist. Damit würde deutlich, was Anders Breivik bewegte und bewegt.
Zur Erbärmlichkeit. Das Wort ist die Vokabel der Verachtung. Es enthält aber das Wort Erbarmen. Daran muss man erinnern. Es gibt auch die enorme Not Anders Breiviks - für die zumindest das Gericht ein Verständnis aufbringen muss, will es nicht den Täter mit seinen Taten gleichsetzen und ihn damit entmenschlichen und die gesetzliche Ordnung so weit korrumpieren, dass das Konzept der Würde des Menschen, auch wenn es schwer fällt, sie zu respektieren, dem merkwürdigen Impuls geopfert wird, das Verstehen zu verweigern.
Montag, 16. April 2012
Forsches Waten in flachen Gewässern
Am 13.3.2012 brachte die SZ auf ihrer ersten Seite diese Nachricht: "Inzest bleibt verboten. Europäische Richter bestätigen deutsche Regeln". Der erste Satz dieser Nachricht lautete: "Inzest darf in Deutschland weiter bestraft werden, ein Verbot der Geschwisterliebe verletzt nicht die Europäische Menschenrechtskonvention". In diesem Satz klingt das Verbum dürfen nach. Es transportiert einen ironischen Ton, eine Missbilligung und ein Missverständnis. Gerichte handeln nicht willkürlich, sondern müssen bestrafen, wenn eine relevante Norm verletzt wurde; wie sie den Strafrahmen auslegen, unterliegt ihrer Prüfung. Die Formel von den deutschen Regeln degradiert das Verbot des Inzests zur nationalen Marotte auf das Niveau der Vorfahrtsregel. André Green, der große, kürzlich verstorbene Mann der französischen Psychoanalyse, nannte einmal die Faustregel, dass in schweren psychotischen Störungen zumeist ein gravierendes inzestuöses Problem der Kern dieser Erkrankungen wäre. Das ist die klinisch-psychiatrische Seite. Pierre Legendre, Jurist, Historiker und Psychoanalytiker, sieht in den Verboten des Inzests und des Mords die für die Kultivierung des Menschen notwendigen institutionalisierten Grenzen; er schreibt in seiner Vorbemerkung zu Das Verbrechen des Gefreiten Lortie:
"Beim Studium der institutionellen Konstruktionen, unter deren Ägide die Menschheit sich reproduziert, begegnet man unausweichlich der Frage des Abgrunds. Ich verstehe darunter die Tragödie, in die sich die Menschenwesen verstricken, wenn die untersagte Grenze überschritten wird, jene Grenze, die von den beiden in hohem Grad juridischen Begriffen des Inzests und des Mordes markiert wird".
Die Figur der (erwachsenen) sexuellen Selbstbestimmung muss im Kontext der "institutionellen Konstruktionen", wie Legendre sagt, gesehen und relativiert werden.
"Beim Studium der institutionellen Konstruktionen, unter deren Ägide die Menschheit sich reproduziert, begegnet man unausweichlich der Frage des Abgrunds. Ich verstehe darunter die Tragödie, in die sich die Menschenwesen verstricken, wenn die untersagte Grenze überschritten wird, jene Grenze, die von den beiden in hohem Grad juridischen Begriffen des Inzests und des Mordes markiert wird".
Die Figur der (erwachsenen) sexuellen Selbstbestimmung muss im Kontext der "institutionellen Konstruktionen", wie Legendre sagt, gesehen und relativiert werden.
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