Der Airbus 380 wird in ein paar Jahren - von 2021 ist die Rede, aber wer weiß? - nicht mehr gebaut. Geplatzte Riesenträume nannte Christian Schubert seinen kurzen Kommentar-Text, Ende eines Irrtums seinen langen Text (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15.2.2019, S. 1 und S. 3). Jetzt ist es leicht, die Leute von Airbus zu verachten oder zu verspotten, weil man sich besonders schlau dünkt - hinterher weiß man manches besser. Vielleicht, vielleicht. Denn das Hinterher haben wir noch längst nicht hinter uns: wir sind mitten drin. Vielleicht wird das Riesenflugzeug doch noch gebraucht - dann, wenn Flugreisen rationiert und nur gestartet werden, wenn die Flugzeuge auch ausgebucht sind...
Worin bestand denn der Irrtum? In der Überschätzung des Konzepts Wachstum - als irgendwann in den 90er Jahren (wann, weiß ich nicht) mit der Planung dieser Milliarden-Investition begonnen wurde? Damals gab es sicherliche plausible Begründungen. Das Konzept Wachstum ist aber, wenn wir uns umsehen und umhören, nicht widerlegt. Es gilt weiterhin als tragfähig. Die Airbus-Leute haben sich bloß geirrt, heißt in der F.A.Z.
Dass das Konzept Wachstum ein ausgelatschtes Paradigma darstellt, weiß doch jeder. Oder nicht? 1977 veröffentlichte Fred Hirsch, damals Professor für Internationale Studien an der Universität Warwick, seine Arbeit Social Limits to Growth. Wachstum ist nicht nur ein ökonomisches Konzept - im Augenblick mit der düstereren Aussicht einer Steigerungsprognose von einem Prozent - , sondern auch ein Versprechen der Grenzenlosigkeit: wenn es läuft, läuft es grandios. Wachstum, so gesehen, lebt von der Fantasie weit reichender Lebensmöglichkeiten und animiert zum Verleugnen und zum Ausblenden der Frage: wo wollen wir mit den Ausgeburten unserer maßlosen Produktivität hin?
Die Bewohnbarkeit unseres Planeten schrumpft und schrumpft - hat neulich Bill McKibben erneut beschrieben (The New Yorker, 26.11.2018, S. 46 - 55: Life on a Shrinking Planet). Schöne Aussichten kann man da nur sagen - vor allem für die jungen Generationen. Es wird knapp. Die Stadt Basel hat sich jetzt auf eine (gesetzlich nicht bindende) Resolution verständigt, dem Klimawandel höchste Priorität einzuräumen. Was machen wir?
Es wird weiterhin vom Wachstum fantasiert. Was ist mit: Einhalten und Nachdenken? Die Energiewende ist das unser geläufiges Verdeckwort für die enorm komplizerte Transformation unserer Energieversorgung - wir müssten gründlich nachdenken über die notwendige, relevante Korrektur unserer Lebensformen, wozu auch unsere Lebenswünsche und Lebensbewegungen gehören. Energiewende suggeriert die schnelle (korrigierende) Lenkbewegung, keine grundlegende Veränderung. Landauf, landab wird das Verdeckwort repetiert - als eine Formel der Beruhigung. Gleichzeitig wird als Begründung der Klimawandel eingeschoben und an die Klimaziele mittels Grenzwerte erinnert - um sie später fallen zu lassen, wie wir das von den guten Vorsätzen am Jahresbeginn kennen: die routinierte Beruhigung des schlechten Gewissens.
Energiewende verspricht die kurzfristige, schmerzlose Korrektur und unterstützt das Weiterfantasieren der bundesdeutschen Lebenswünsche und Lebensformen. Die Angelsachsen haben dafür die Redewendung: you can't eat the cake and have it. Aber wir können das oder wir schaffen das - sagt unsere Bundeskanzlerin. Aber wir scheinen den Realitätskontakt zu verlieren. Wer rechnet unsere Lebenswünsche durch und unseren Lebensbedarf aus? Heute dekliniert Georg Cremer die Komplexität der Kosten für unsere Sozialsysteme durch (F.A.Z. vom 24.2.2019, S. 6: Wohltätiger Staat ja, lästiger Staat nein?) Ist das gern gesehen? Welche Konzepte folgen daraus? Haben unsere Bundeskanzlerin, die ihre promovierte Physikerin-Identität behauptet, und ihre Mannschaft ein Konzept? Vielleicht ist das von Svenja Schulze, unserer Bundesumweltministerin, vorgelegte Bundesklimaschutzgesetz der mögliche Rahmen für ein Konzept - das allerdings umstritten ist innerhalb der Koalition und möglicherweise keine Chance hat, zu einem Gesetz zu werden (F.A.Z. vom 22.2.2019, S. 17). Vernünftig wären beispielsweise Konzepte, die organische Prozesse einsetzen - wie Klaus Wiegandt, der (wie Harald Welzer im Kölner Stadt-Anzeiger vom 23./24.2.2019, S. 4, schreibt) auf die "Trias aus (Regen-)Waldschutz, Renaturierung degenerierter Wälder und großflächiger Wiederaufforstung" setzt mit dem Ziel: "Zeit kaufen, Co2 durch Wälder absorbieren, um den Umbau zu einer postfossilen Weltwirtschaft überhaupt zu ermöglichen". Die Kosten hierfür: 140 Milliarden Dollar pro Jahr.
Das ist viel Geld. Verglichen mit den kursierenden Hauruck-Schnapsideen und den Wende-Manövern hastig betriebener Energie-Wechsel wahrscheinlich gut angelegt. Elektromobilität im weltweiten Zuschnitt, nicht abgestimmt auf ein Konzept anderer Mobilität und anderer Energie-Versorgung, ist eine Schnapsidee. Die fahrerlose Mobilität, die uns wie auf Schienen fahren lässt, und vom baldigen Austausch der individuell gesteuerten Fahrzeuge fantasiert, ist eine Schnapsidee: angetrieben werden sie von Elektromotoren mit Batterien, von denen wir nicht wissen, wie & wo sie millionenfach produziert werden können und wie sie sich bewähren werden, aufgeladen an Millionen Steckdosen, von denen erst ein paar existieren. Die Maut ist eine Schnapsidee - und die über unseren Köpfen schwebenden Flugtaxis, die unsere Mobilität beschleunigen sollen, sind eine Schnapsidee. Was uns diese Schnapsideen kosten, wissen wir nicht. Unsere Fantasien heben ab und rotieren gewaltig mit zentrifugaler Kraft. Kein Wunder, dass wir in eine Art panischer Gereiztheit stecken.
(Überarbeitung: 25.2.2019)
Donnerstag, 21. Februar 2019
Mittwoch, 30. Januar 2019
Unsere Bundesregierung verwirft die Einführung eines Tempolimits: drei Bemerkungen zu den deutsch-bundesdeutschen Untugenden der Taktlosigkeit, der Korruption und der Heuchelei
1. Wer zahlt, bestellt die Musik, heißt es. Der Satz des fröhlichen Protzens gilt nicht für das Gefüge einer Gemeinschaft, in der jedes Mitglied gleichberechtigt ist. Dass die Bundesregierung für unsere Automobilindustrie und unseren Straßenverkehr eine privilegierte Stellung beansprucht und sich (in diesem Kontext wie in den Kontexten der Transformation der Energieversorgung und der Immigration) nicht um ein balanciertes Gefüge in der europäischen Union schert, ist nicht in Ordnung. Die Bundesrepublik stürmt davon. Die Idee der Gemeinschaft wird verletzt. Das mächtige Auftrumpfen der nationalsozialistischen Regierung ist offenbar vergessen.
2. Zu wenig tödliche Unfälle könnten vermieden werden. Dieser Subtext steckt im Argument: ein Tempolimit auf Autobahnen nützt nichts. Dieses Argument ist skandalös, weil es ein Menschenrecht planiert. Die Vermeidung eines tödlichen Unfalls reicht, um ein Tempolimit zu rechtfertigen. Wir können Menschenleben nicht verrechnen, hat kürzlich noch unser Bundesverfassungsgericht konstatiert. Die Würde des Menschen wird schnell zitiert; wenn es ernst wird, flattert der Grundsatz unseres Grundgesetzes davon. Fürs Geschäft wird offenbar eine korrupte (totalitäre) Moral für notwendig befunden. Es ist sehr die Frage, ob unser Verfassungsgericht dieses Argument durchgehen lassen würde.
Der andere korrupte Kontext ist die Leugnung der benignen Effekte, die die internationale und nationale Forschung zusammengetragen haben, wobei die Bundesregierungen der letzten Jahrzehnte die Forschung ihre Forschungsarbeit nicht haben ausreichend machen lassen. Die letzten qualitativen Studien sowie experimentelle Fahrversuche zum Fahren hoher Geschwindigkeiten liegen lange zurück. Die Forschung dazu ist tabuisiert oder verstaubt in den Schubladen der Behörden.
3. Die Freiheit des Schnellfahrens ist ein Missbrauch des philosophischen Konzepts der Freiheit. In der kitschigen Version lautet das Argument der Freiheit so: "Die individuelle, unbegrenzte Mobilität gewährt auch demjenigen noch ein Stück Freiheit, der sonst nicht viel zu sagen hat" (Reinhard Müller in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 29.1.2019, S. 1, Nr. 24). Abgesehen vom Ton der Herablassung und Verachtung - was sind: ein Stück Freiheit und unbegrenzte Mobilität? Was ist das? Schauen wir auf die Praxis des Hochgeschwindigkeitsfahrens. Walther Röhrl, der Fahr-Virtuose auf eisigem und verschneitem Untergrund, gab einmal als Regel für das Autobahnfahren aus: möglichst ohne zu bremsen auszukommen. So zu fahren ist voraussetzungsvoll: mittlere Geschwindigkeiten, die nur durch Ausrollen reguliert werden sollen, gleichmäßige Geschwindigkeiten, weite Sicht auf ausreichend große Abstände, um Platz für das Ausrollen zu erhalten.
Wird so auf unseren Autobahnen gefahren?
Nein.
Regelmäßig hoch beschleunigte Geschwindigkeiten vergeuden Kraftstoff und bedeuten ständige Regulationen der Abstände durch Bremsmanöver. Bremsmanöver erzeugen mit ihrem Abrieb an den Bremssystemen und an den Reifen den äußerst schädlichen Feinstaub. Beschleunigungsmanöver wechseln sich mit abrupten Bremsmanövern ab. Die Folge sind kurze Abstände, unruhiger, bedrohlicher Verkehr, wenn die Hinterleute auf die Vorderleute mit ihren schrecklich leuchtenden Wagen dicht auffahren, irritieren, einschüchtern, ängstigen und ins Schwitzen bringen. Ist das beabsichtigt? Der Hintermann oder die Hinterfrau terrorisiert auf Kosten des Vordermannes oder der Vorderfrau? Der Hintermann bulldozert; er hat offenbar ausgeblendet, dass er nicht erwarten kann, die Autobahn leer vorzufinden, so dass er so schnell fahren kann, wie er fahren möchte. Seltsamerweise soll beim Schnellfahren die Höflichkeit des Alltags nicht gelten. Aber auch im Straßenverkehr leben wir von den kooperativen, wohlwollenden Beziehungen mit den anderen Autofahrerinnen und Autofahrern. Die Freiheit des Tempo-unbegrenzten Autofahrens bedeutet bei uns im Alltag des Autobahn-Fahrens häufig (wie weit verbreitet diese Interaktionsform des Autofahrens ist, müsste gründlich geprüft werden) : die unbezogene, vermeintlich alleinige Freiheit des Bolzens und der Machtausübung. Das Schnellfahren, wie die Propagandisten es verstehen, realisiert den Wunsch, von der Last der Zivilisiertheit buchstäblich befreit zu sein, und bestätigt Sigmund Freuds Vermutung von der persistierenden Feindseligkeit gegen die Kultur der Zivilisation.
(Überarbeitung: 29.5.2019)
2. Zu wenig tödliche Unfälle könnten vermieden werden. Dieser Subtext steckt im Argument: ein Tempolimit auf Autobahnen nützt nichts. Dieses Argument ist skandalös, weil es ein Menschenrecht planiert. Die Vermeidung eines tödlichen Unfalls reicht, um ein Tempolimit zu rechtfertigen. Wir können Menschenleben nicht verrechnen, hat kürzlich noch unser Bundesverfassungsgericht konstatiert. Die Würde des Menschen wird schnell zitiert; wenn es ernst wird, flattert der Grundsatz unseres Grundgesetzes davon. Fürs Geschäft wird offenbar eine korrupte (totalitäre) Moral für notwendig befunden. Es ist sehr die Frage, ob unser Verfassungsgericht dieses Argument durchgehen lassen würde.
Der andere korrupte Kontext ist die Leugnung der benignen Effekte, die die internationale und nationale Forschung zusammengetragen haben, wobei die Bundesregierungen der letzten Jahrzehnte die Forschung ihre Forschungsarbeit nicht haben ausreichend machen lassen. Die letzten qualitativen Studien sowie experimentelle Fahrversuche zum Fahren hoher Geschwindigkeiten liegen lange zurück. Die Forschung dazu ist tabuisiert oder verstaubt in den Schubladen der Behörden.
3. Die Freiheit des Schnellfahrens ist ein Missbrauch des philosophischen Konzepts der Freiheit. In der kitschigen Version lautet das Argument der Freiheit so: "Die individuelle, unbegrenzte Mobilität gewährt auch demjenigen noch ein Stück Freiheit, der sonst nicht viel zu sagen hat" (Reinhard Müller in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 29.1.2019, S. 1, Nr. 24). Abgesehen vom Ton der Herablassung und Verachtung - was sind: ein Stück Freiheit und unbegrenzte Mobilität? Was ist das? Schauen wir auf die Praxis des Hochgeschwindigkeitsfahrens. Walther Röhrl, der Fahr-Virtuose auf eisigem und verschneitem Untergrund, gab einmal als Regel für das Autobahnfahren aus: möglichst ohne zu bremsen auszukommen. So zu fahren ist voraussetzungsvoll: mittlere Geschwindigkeiten, die nur durch Ausrollen reguliert werden sollen, gleichmäßige Geschwindigkeiten, weite Sicht auf ausreichend große Abstände, um Platz für das Ausrollen zu erhalten.
Wird so auf unseren Autobahnen gefahren?
Nein.
Regelmäßig hoch beschleunigte Geschwindigkeiten vergeuden Kraftstoff und bedeuten ständige Regulationen der Abstände durch Bremsmanöver. Bremsmanöver erzeugen mit ihrem Abrieb an den Bremssystemen und an den Reifen den äußerst schädlichen Feinstaub. Beschleunigungsmanöver wechseln sich mit abrupten Bremsmanövern ab. Die Folge sind kurze Abstände, unruhiger, bedrohlicher Verkehr, wenn die Hinterleute auf die Vorderleute mit ihren schrecklich leuchtenden Wagen dicht auffahren, irritieren, einschüchtern, ängstigen und ins Schwitzen bringen. Ist das beabsichtigt? Der Hintermann oder die Hinterfrau terrorisiert auf Kosten des Vordermannes oder der Vorderfrau? Der Hintermann bulldozert; er hat offenbar ausgeblendet, dass er nicht erwarten kann, die Autobahn leer vorzufinden, so dass er so schnell fahren kann, wie er fahren möchte. Seltsamerweise soll beim Schnellfahren die Höflichkeit des Alltags nicht gelten. Aber auch im Straßenverkehr leben wir von den kooperativen, wohlwollenden Beziehungen mit den anderen Autofahrerinnen und Autofahrern. Die Freiheit des Tempo-unbegrenzten Autofahrens bedeutet bei uns im Alltag des Autobahn-Fahrens häufig (wie weit verbreitet diese Interaktionsform des Autofahrens ist, müsste gründlich geprüft werden) : die unbezogene, vermeintlich alleinige Freiheit des Bolzens und der Machtausübung. Das Schnellfahren, wie die Propagandisten es verstehen, realisiert den Wunsch, von der Last der Zivilisiertheit buchstäblich befreit zu sein, und bestätigt Sigmund Freuds Vermutung von der persistierenden Feindseligkeit gegen die Kultur der Zivilisation.
(Überarbeitung: 29.5.2019)
Montag, 28. Januar 2019
Bravo, Mrs Pelosi! Seltsame journalistische Formlosigkeit (Beobachtung der Beobachter) (85)
Das Manöver des U.S.-Präsidenten, mit der Drohung des Aushungerns der Staatsbeamten seine Bulldozer-Politik durchsetzen, ist am Einspruch der Demokraten, ihm die Milliarden Dollar für seine Grenzziehung aus Beton nicht zuzugestehen, gescheitert: für drei Wochen, heißt es, habe er nachgegeben. Der Einspruch der Demokraten im Repräsentantenhaus folgte offenbar der (sehr sinnvollen) Strategie des politischen Gegenhaltens - gegen die mögliche verheerende Zerstörung demokratischer Kultur durch eine dysfunktionale Regierung, deren Chef die brachialen Mittel eines korrupten Geschäftsmanns nicht scheut.
Erstaunlich ist, wie sehr die Dynamik der konstitutionellen Krise von einem Journalisten oder Journalistin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Autorenkürzel: nbu) sowohl unterschätzt wie hämisch abgehakt wird:
"... dass sie (Nancy Pelosi) Trump die Rede zur Lage der Nation verweigert, wirkt kindisch..." (F.A.Z. vom 25.1.2019, S. 8, Nfr. 21); "großes Mitleid muss man mit den amerikanischen Wählern aber nicht haben. Sie waren es, die diese Leute in ihre Ämter gebracht haben" (25.2.2019, S.8). Wer nicht hören will, muss eben büßen.
Im Gegensatz zu dem oder der Journalistin wissen wir nicht, wer von den Regierungsbeamten die konservative Partei gewählt hat. Der Wahlausgang war, wir wir wissen, sehr knapp; möglicherweise, das werden wir demnächst erfahren, manipuliert.
"Trump beherrscht es jedoch", schreibt Andreas Ross in seinem Kommentar Pseudopopulisten (F.A.Z. vom 28.2.2019, S. 1, Nr. 23), "selbst eine krasse Niederlage 'stolz' als Durchbruch zu verkaufen". Wer nimmt ihm das ab und fällt darauf herein? Auch das wissen wir - anders als Andreas Ross - nicht. Die aktuellen Umfragewerte deuten an, dass der Verkäufer seinen Verkäufer-Nimbus einbüßt.
"Mit Samthandschuh im Boxring", ist der Titel des Textes von Majid Matar (F.A.Z. vom 28.1.2019, S. 2, Nr. 23); der Untertitel: "Nach 35 Tagen gab Donald Trump in der Haushaltsblockade wegen des Streits über den Grenzzaun nach - Nancy Pelosi kostet ihren Sieg über den Präsidenten aus".
Auskosten? Der empirische Beleg für Nancy Pelosis Triumphieren fehlt im Text. Zudem ist der Affekt erschlossen: erfunden.
Diese Qualitäts-Journalisten sind - methodisch und konzeptionell - ziemlich außer Form.
Erstaunlich ist, wie sehr die Dynamik der konstitutionellen Krise von einem Journalisten oder Journalistin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Autorenkürzel: nbu) sowohl unterschätzt wie hämisch abgehakt wird:
"... dass sie (Nancy Pelosi) Trump die Rede zur Lage der Nation verweigert, wirkt kindisch..." (F.A.Z. vom 25.1.2019, S. 8, Nfr. 21); "großes Mitleid muss man mit den amerikanischen Wählern aber nicht haben. Sie waren es, die diese Leute in ihre Ämter gebracht haben" (25.2.2019, S.8). Wer nicht hören will, muss eben büßen.
Im Gegensatz zu dem oder der Journalistin wissen wir nicht, wer von den Regierungsbeamten die konservative Partei gewählt hat. Der Wahlausgang war, wir wir wissen, sehr knapp; möglicherweise, das werden wir demnächst erfahren, manipuliert.
"Trump beherrscht es jedoch", schreibt Andreas Ross in seinem Kommentar Pseudopopulisten (F.A.Z. vom 28.2.2019, S. 1, Nr. 23), "selbst eine krasse Niederlage 'stolz' als Durchbruch zu verkaufen". Wer nimmt ihm das ab und fällt darauf herein? Auch das wissen wir - anders als Andreas Ross - nicht. Die aktuellen Umfragewerte deuten an, dass der Verkäufer seinen Verkäufer-Nimbus einbüßt.
"Mit Samthandschuh im Boxring", ist der Titel des Textes von Majid Matar (F.A.Z. vom 28.1.2019, S. 2, Nr. 23); der Untertitel: "Nach 35 Tagen gab Donald Trump in der Haushaltsblockade wegen des Streits über den Grenzzaun nach - Nancy Pelosi kostet ihren Sieg über den Präsidenten aus".
Auskosten? Der empirische Beleg für Nancy Pelosis Triumphieren fehlt im Text. Zudem ist der Affekt erschlossen: erfunden.
Diese Qualitäts-Journalisten sind - methodisch und konzeptionell - ziemlich außer Form.
Freitag, 25. Januar 2019
Neues von der Heiligen Kuh: sie wird von 100 Spezialisten fürs Einatmen & Ausatmen beatmet (83)
Zur Zeit läuft die Klamotte: Wie mache ich mich über ein Gesetz, das mir nicht passt, lustig? Einhundert Fachärzte der Pneumologie haben sich mit ihrer Stellungnahme zu den in der EU geltenden gesetzlichen Abgaswerten an die Öffentlichkeit gewandt - sie seien nicht ausreichend belegt - und fordern deshalb eine Überprüfung und eine Klärung des wissenschaftlichen Status der den Grenzwerten zugrunde liegenden Forschung. Ihre Stellungnahme kommt den Betrugsverbiegern (s. meinen Blog Das Tabu der Geschwindigkeitbegrentzung vom 23.1.2019) ) entgegen, weshalb ihr Auftrumpfen in der Öffentlichkeit gern aufgenommen wurde. Die Ärzte scherten sich weder um die einschlägige, den Grenzwerten zugrunde liegende Forschung, noch um die seit 2007 bestehenden Gesetze der Europäischen Union, noch um den Prozess demokratischer Verfahren, dass Gesetze nur vom Gesetzgeber in einem langwierigen Verfahren revidiert werden können - aber nicht mit einer ad hoc - Stellungnahme ärztlicher Honorationen, die ihren Status mit großem Tamtam in der Öffentlichkeit auszuspielen suchen, als hätten sie einen Joker in der Hand. Das haben sie nicht. Außerdem haben sie noch nicht gesagt, weshalb sie jetzt gegen die europäischen Gesetze der Vorsorge sind. Wen beabsichtigen sie zu schützen? Die Automobilindustrie, die mit ihren hochfliegenden Plänen und stattlichen Investitionen Reißaus zu nehmen, ihre betrogene Kundschaft aber nur schäbig zu entschädigen versucht?
Mittwoch, 23. Januar 2019
Neues von der Heiligen Kuh: das Tabu der Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen (82)
Ende 1973 wurde für ein paar Wochen die Geschwindigkeit auf Autobahnen bei uns auf 100 km/h begrenzt. Die sozial-liberale Koalitionsregierung folgte dem internationalen Konsensus, angesichts des damaligen Alarms begrenzter Öl-Vorräte den Benzinverbrauch einzuschränken und einen gemeinsamen Verzicht zu leisten. Die Bundesrepublik scherte nach kurzer Zeit und einem enorm heftigen öffentlichen Protest aus; statt der Geschwindigkeitsbegrenzung wurde eine Geschwindigkeitsempfehlung eingeführt: mehr glaubte die Bundesregierung, der Autoindustrie und ihrer Bürgerschaft nicht zumuten zu können.
Dabei blieb es. Seitdem erlauben die (politisch) relevanten Akteure der Bundesrepublik auf unseren Autobahnen die Ausnahme - man könnte auch sagen: die großpratzige Taktlosigkeit der europäischen Gemeinschaft gegenüber - eines Autoverkehrs für Personenkraftwagen (ohne Anhänger) und Motorräder ohne Tempobegrenzung. Seitdem haben sich die nachfolgenden Bundesregierungen dazu entschieden, die Effekte eines Tempolimits auf Autobahnen nicht weiter untersuchen, vorliegende Studien zu den benignen Effekten in der Schublade liegen zu lassen und die kollektive Leugnung der Unverhältnismäßigkeit dieses Sonderstatus aufrecht zu erhalten:
a) sich am vereinbarten Projekt der Reduktion der Emissionen halbherzig zu beteiligen und dessen Ziele zu unterlaufen;
b) die Verschwendung der Ressourcen auf den Autobahnen fortzusetzen;
c) die Emissionen des Autoverkehrs auf den Autobahnen nicht zu reduzieren;
d) das Risiko schwerer Unfälle auf Autobahnen zu tolerieren;
e) statt eines einigermaßen gleichmäßig fließenden Verkehrs starke Geschwindigkeitsdifferenzen zuzulassen, damit kooperative Interaktionen zu erschweren, aber den möglichen Machtmissbrauch hochgerüsteter Automobile zu gestatten und die Wahrscheinlichkeit der Stau-Bildungen zu erhöhen;
f) die maßlosen Interessen der bundesdeutschen Aumobilindustrie zu ungunsten eines vernünftigen, großzügigen Ausbaus des Öffentlichen Verkehrs (der sich heute als unterfinanziert erweist) zu unterstützen, dem individuellen Verkehr einen unvernünftigen Vorrang einzuräumen und das Versprechen einer als grenzenlos wahrgenommenen, individuellen Mobilität zu fördern statt zu korrigieren.
Wir sehen: das seit Jahrzehnten aus dem Leugnen und dem Aufschieben der Klärung unserer Wirklichkeiten resultierende, bundesdeutsche Drama einer dysfunktionalen Verkehrspolitik im Verbund mit einer planlosen, hilflosen und möglicherweise ebenso dysfunktionalen Energiepolitik. Wozu dient das bundesdeutsche Tabu? Es stützt und schützt das noch immer hier & da geteilte (von wem, müsste gründlich erforscht werden), virulente (undemokratische) Grundgefühl deutscher Großartigkeit, Überlegenheit und Verachtung des Gesetzes und seiner Regeln. Belege ? Was ist mit der (auf dieser Blog-Seite hier & da beschriebenen) Korruption einiger Führungsetagen? Was ist mit dem Gleichmut angesichts des massiven Betrugs von VW, der (im Prozess seiner öffentlichen Entsorgung) zu einer Diesel-Thematik, Diesel-Krise oder eines Diesel-Skandals verniedlicht oder so verbogen wird, dass der strafrechtlich relevante Betrug zu einem Problem der WHO wird und die gesetzlich festgeschriebenen Grenzwerte dem Hohn preisgegeben werden? Was ist mit einem seltsamen Sprachgebrauch? Seit 1989 wird der Name unseres Landes - die Bundesrepublik Deutschland - selten genannt; dafür hat sich das gründlich kontaminierte, vor nicht allzu langer Zeit herausgedröhnte Deutschland! wieder eingebürgert. Vergessen wurde, wie froh und dankbar wir waren, als die Bundesrepublik im europäischen Staatenbund aufgenommen wurde. Heutzutage fahren wir vorne weg - als wären wir den Mitgliedstaaten der Europäischen Union nichts mehr schuldig.
(Überarbeitung: 24.1.2019)
Dabei blieb es. Seitdem erlauben die (politisch) relevanten Akteure der Bundesrepublik auf unseren Autobahnen die Ausnahme - man könnte auch sagen: die großpratzige Taktlosigkeit der europäischen Gemeinschaft gegenüber - eines Autoverkehrs für Personenkraftwagen (ohne Anhänger) und Motorräder ohne Tempobegrenzung. Seitdem haben sich die nachfolgenden Bundesregierungen dazu entschieden, die Effekte eines Tempolimits auf Autobahnen nicht weiter untersuchen, vorliegende Studien zu den benignen Effekten in der Schublade liegen zu lassen und die kollektive Leugnung der Unverhältnismäßigkeit dieses Sonderstatus aufrecht zu erhalten:
a) sich am vereinbarten Projekt der Reduktion der Emissionen halbherzig zu beteiligen und dessen Ziele zu unterlaufen;
b) die Verschwendung der Ressourcen auf den Autobahnen fortzusetzen;
c) die Emissionen des Autoverkehrs auf den Autobahnen nicht zu reduzieren;
d) das Risiko schwerer Unfälle auf Autobahnen zu tolerieren;
e) statt eines einigermaßen gleichmäßig fließenden Verkehrs starke Geschwindigkeitsdifferenzen zuzulassen, damit kooperative Interaktionen zu erschweren, aber den möglichen Machtmissbrauch hochgerüsteter Automobile zu gestatten und die Wahrscheinlichkeit der Stau-Bildungen zu erhöhen;
f) die maßlosen Interessen der bundesdeutschen Aumobilindustrie zu ungunsten eines vernünftigen, großzügigen Ausbaus des Öffentlichen Verkehrs (der sich heute als unterfinanziert erweist) zu unterstützen, dem individuellen Verkehr einen unvernünftigen Vorrang einzuräumen und das Versprechen einer als grenzenlos wahrgenommenen, individuellen Mobilität zu fördern statt zu korrigieren.
Wir sehen: das seit Jahrzehnten aus dem Leugnen und dem Aufschieben der Klärung unserer Wirklichkeiten resultierende, bundesdeutsche Drama einer dysfunktionalen Verkehrspolitik im Verbund mit einer planlosen, hilflosen und möglicherweise ebenso dysfunktionalen Energiepolitik. Wozu dient das bundesdeutsche Tabu? Es stützt und schützt das noch immer hier & da geteilte (von wem, müsste gründlich erforscht werden), virulente (undemokratische) Grundgefühl deutscher Großartigkeit, Überlegenheit und Verachtung des Gesetzes und seiner Regeln. Belege ? Was ist mit der (auf dieser Blog-Seite hier & da beschriebenen) Korruption einiger Führungsetagen? Was ist mit dem Gleichmut angesichts des massiven Betrugs von VW, der (im Prozess seiner öffentlichen Entsorgung) zu einer Diesel-Thematik, Diesel-Krise oder eines Diesel-Skandals verniedlicht oder so verbogen wird, dass der strafrechtlich relevante Betrug zu einem Problem der WHO wird und die gesetzlich festgeschriebenen Grenzwerte dem Hohn preisgegeben werden? Was ist mit einem seltsamen Sprachgebrauch? Seit 1989 wird der Name unseres Landes - die Bundesrepublik Deutschland - selten genannt; dafür hat sich das gründlich kontaminierte, vor nicht allzu langer Zeit herausgedröhnte Deutschland! wieder eingebürgert. Vergessen wurde, wie froh und dankbar wir waren, als die Bundesrepublik im europäischen Staatenbund aufgenommen wurde. Heutzutage fahren wir vorne weg - als wären wir den Mitgliedstaaten der Europäischen Union nichts mehr schuldig.
(Überarbeitung: 24.1.2019)
Donnerstag, 17. Januar 2019
Öffentliches Kopfschütteln: unser schneidiger Außenminister und der aufrechte Journalist
Heute Morgen am Donnerstag, dem 17.1.2019, wird unser Außenminister Heiko Maas in Berthold Kohlers Kommentar auf der ersten Seite der Zeitung für die... Sie wissen schon... zitiert: dass die "Zeit der Spielchen" (nach der Ablehnung der ausgehandelten Vereinbarungen des Austritts aus der E.U. im britischen Parlament am Dienstag, zwei Tage zuvor) abgelaufen sei. Zeit der Spielchen. Berthold Kohler, der Mann von der F.A.Z., hält die Formel für einen harmlos klingenden Satz. Das ist eine buchstäblich tolle Einschätzung. Zeit der Spielchen ist die Formel der Verachtung und des Unverständnisses.
"Und dennoch sollte man das Geschehen in Britannien", schreibt Berthold Kohler, "nicht für eine politische Psychose halten, die allein unter Insulanern ausbrechen kann". Vom Spielchen zur Metapher Psychose: so wird unsereiner zum Narren gehalten. Man kann die Sprach-Verwirrung dieser beiden Akteure der öffentlichen Diskussion auch als ein deutsches, von Ressentiment geprägtes Produkt des Unwillens und der Verweigerung verstehen, dem durch den Ärmelkanal getrennten Nachbarn entgegen zu kommen und mit vernünftigen Vorschlägen hilfreich zu sein bei der konfliktreichen Auseinandersetzung um die Frage der britischen Identität, wie Jürgen Habermas das nannte - die leider mit dem flotten und vergnüglichen (für unsere öffentliche Diskussion) Kunstwort vom Brexit belegt und zu einem realen Projekt wurde und deren zentrifugale Kraft unsere Regierung unterschätzte oder ausblendete. Es war unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich zum Sprachrohr des Kleinmuts machte, als sie vor den TV-Kameras zum Brüsseler Treffen der Regierungschefs (am 27.6.2016) nach dem Brexit-Referendum (am 23.6.2016) die Drohung in die Welt setzte: keine Rosinenpickerei nach dem Austritt aus der Union. Unsere Kanzlerin und unser Außenminister: die Sprachrohre (von wem auch immer instruiert) deutschen Groß-Rednertums - keine bundesdeutschen Politiker, die verstanden hätten, dass es nach der deutschen Vernichtungsorgie klug wäre, eine Haltung großzügiger Zurückhaltung zu pflegen (s. meinen Blog Welcome! Welcome back! und Keine Rosinenpickerei! vom 29.6.2016) .
(Überarbeitung: 29.9.1.2023)
"Und dennoch sollte man das Geschehen in Britannien", schreibt Berthold Kohler, "nicht für eine politische Psychose halten, die allein unter Insulanern ausbrechen kann". Vom Spielchen zur Metapher Psychose: so wird unsereiner zum Narren gehalten. Man kann die Sprach-Verwirrung dieser beiden Akteure der öffentlichen Diskussion auch als ein deutsches, von Ressentiment geprägtes Produkt des Unwillens und der Verweigerung verstehen, dem durch den Ärmelkanal getrennten Nachbarn entgegen zu kommen und mit vernünftigen Vorschlägen hilfreich zu sein bei der konfliktreichen Auseinandersetzung um die Frage der britischen Identität, wie Jürgen Habermas das nannte - die leider mit dem flotten und vergnüglichen (für unsere öffentliche Diskussion) Kunstwort vom Brexit belegt und zu einem realen Projekt wurde und deren zentrifugale Kraft unsere Regierung unterschätzte oder ausblendete. Es war unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich zum Sprachrohr des Kleinmuts machte, als sie vor den TV-Kameras zum Brüsseler Treffen der Regierungschefs (am 27.6.2016) nach dem Brexit-Referendum (am 23.6.2016) die Drohung in die Welt setzte: keine Rosinenpickerei nach dem Austritt aus der Union. Unsere Kanzlerin und unser Außenminister: die Sprachrohre (von wem auch immer instruiert) deutschen Groß-Rednertums - keine bundesdeutschen Politiker, die verstanden hätten, dass es nach der deutschen Vernichtungsorgie klug wäre, eine Haltung großzügiger Zurückhaltung zu pflegen (s. meinen Blog Welcome! Welcome back! und Keine Rosinenpickerei! vom 29.6.2016) .
(Überarbeitung: 29.9.1.2023)
Montag, 14. Januar 2019
"Trumps wütende Tiraden gegen das FBI" - Lektüre des Journalismus (Beobachtung der Beobachter) (84)
"Trumps wütende Tiraden gegen das F.B.I." : lautet die Überschrift, an der ich beim Frühstück hängen blieb (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.1.2019, S. 2, Nr. 11). Der Kontext sind die von der Bundespolizei nach der Entlassung ihres Chefs James Comey aufgenommenden Ermittlungen gegen den U.S.-Präsidenten angesichts des Verdachts seiner Behinderung der Justiz in der Frage seiner die Sicherheit der Vereinigten Staaten gefährenden, russischen Beziehungen. Die New York Times hatte am vergangenen Wochenende darüber berichtet - womit das im Hintergrund der medialen Aufmerksamkeit operierende Ermittlungsverfahren wieder im Vordergrund fokussiert wurde. Die New York Times beschrieb die twitternenden Aktivitäten des Präsidenten mit: "Mr Trump attacks the F.B.I. and its former top officials".
Wo kommt die Wut des U.S.-Präsidenten her?
Majid Sattar hate sie erschlossen. Er war, was zu bemerken trivial ist, beim Verfassen der Präsidenten-Twitter abwesend.
Wie kann man mit dem Instrument des Twitter, das 140 Zeichen erlaubt, eine Tirade verfassen? Wie ist das dann mit: Tiraden? Majid Satar hat den Titel ausgepolstert und vergessen, dass Tiraden weit ausholende Texte sind.
Was sollen die Angabe des Affekts und der verkehrte Wort-Gebrauch?
1. Die Bedeutung eines politischen Kontexts wird familialisiert: verniedlicht, entschärft. Der Familienvater ist ein cholerisches Monster.
2. Der U.S.-Präsident wird zur Verachtung freigegeben. Wer schäumt, ist nicht sehr gefährlich: bevor er zuschlägt, trifft ihn der Schlag.
3. Der U.S.-Präsident wird unterschätzt. Nur ein Angeber regt sich in einem öffentlichen Amt so auf.
4. Die konstitutionelle Krise der Vereinigten Staaten und der Zerstörungsversuch demokratischer Formen des Aushandelns werden geleugnet.
Wo kommt die Wut des U.S.-Präsidenten her?
Majid Sattar hate sie erschlossen. Er war, was zu bemerken trivial ist, beim Verfassen der Präsidenten-Twitter abwesend.
Wie kann man mit dem Instrument des Twitter, das 140 Zeichen erlaubt, eine Tirade verfassen? Wie ist das dann mit: Tiraden? Majid Satar hat den Titel ausgepolstert und vergessen, dass Tiraden weit ausholende Texte sind.
Was sollen die Angabe des Affekts und der verkehrte Wort-Gebrauch?
1. Die Bedeutung eines politischen Kontexts wird familialisiert: verniedlicht, entschärft. Der Familienvater ist ein cholerisches Monster.
2. Der U.S.-Präsident wird zur Verachtung freigegeben. Wer schäumt, ist nicht sehr gefährlich: bevor er zuschlägt, trifft ihn der Schlag.
3. Der U.S.-Präsident wird unterschätzt. Nur ein Angeber regt sich in einem öffentlichen Amt so auf.
4. Die konstitutionelle Krise der Vereinigten Staaten und der Zerstörungsversuch demokratischer Formen des Aushandelns werden geleugnet.
Abonnieren
Posts (Atom)