Freitag, 15. November 2013

Schillernde Nachrichten

Der Kluge, unser etymologisches Wörterbuch, vermutet, dass das Wort Nachricht im 17. Jahrhundert entstand, als das frühneuhochdeutsche Wort nachrichtung als "Mitteilung zum Danachrichten" zur Nachricht gekürzt wurde. Das leuchtet ein: so erfährt man, wie man sich zu verhalten hat. Beispielsweise, dass man schwere Armbanduhren Schweizerischer Herkunft, in Katar, dem Austragungsort der Fußball-Weltermeistenschaft 2022, gekauft oder geschenkt bekommen (wer weiß?),  bei der Einreise in die Bundesrepublik verzollen muss. Aber Nachrichten verwirren auch oder machen neugierig: wer hatte unsere normalerweise großzügigen Zollbeamten informiert, dass sie das Gepäck (oder die Taschen) des Mannes vom FC Bayern München durchsuchen sollten? Unsere U.S.-friends?

Mittwoch, 13. November 2013

Gibt es ein digitales Ich?

"Als die Menschen noch wussten, was Liebe ist" - ist der Text in der heutigen SZ (vom  13.11.2013, S. 18) überschrieben, der die Frankfurter Veranstaltung eines "philosophischen Gesprächs" in der UBS-Bank referiert. Es sprachen: Peter Sloterdijk und Frank Schirrmacher. Frank Schirrmacher ist unser Internet-Apokalyptiker, der sich in seiner Besorgnis schon einmal verstolpert. Zum Beispiel würden einige "Internetgiganten" unser alltägliches Verhalten "komplett erfassen, jede Bewegung, um es zu Geld zu machen" - ich zitiere den Referenten, der Schirrmacher zitiert, der behauptet, wir hätten einen "Doppelgänger im digitalen Raum", ein digitales Ich, das "beginne wichtiger zu werden  als das reale".

Das ist mächtige Schwarzmalerei - abgesehen von der seltsamen Konstruktion eines digitalen Ichs. Am besten spricht man ja zuerst von den eigenen Erfahrungen. Ich bin Kunde bei Amazon, wo ich, seit das hmv-online-Geschäft in London insolvent wurde, meine DVDs regelmäßig bestelle. Seitdem bekomme ich eMails, die mich darüber informieren, welche ähnlichen Filme zu meinem letzten bestellten existieren und welche Filme andere Kunden orderten, die auch meinen Film bestellten. Das finde ich gar nicht schlecht, so bekomme ich Anregungen. Ich werde auch über neue DVDs informiert, über TV-Serien usw. Bin ich auch nicht böse drüber. Was mich nicht interessiert, klicke ich weg. Aber ich habe noch nie gesehen, dass die von den Amazon-Rechnern heraus gerechneten Angebote meinen Geschmack und meine eigene Suche getroffen hätten: die sind offenbar nicht bekannt. Wie soll das auch gehen? Wie soll ein Rechner aus meinen Kauf-Entscheidungen meine Intention herausrechnen können? Das kann er nicht, weil er meine Kino-Erfahrungen der 50er Jahre - beispielsweise - nicht kennt: die existieren nur in meinen Erinnerungen. Man kann es anders sagen: eine retrospektive Extrapolation von Verhaltensdaten zur Vermutung einer Absicht ist problematisch, weil sie die Kontexte vermischt und auf die alte  Wissenschafts-Kontroverse hinausläuft: kann man vom Verhalten auf die innere Welt eines Menschen schließen? Also: Behaviorismus contra Introspektion? Nein, man kann nicht. Um die Introspektion, also um die Selbst-Auskunft, kommt man nicht herum. Die Subjektivität als unser Erkenntnis-Mittel müssen wir schon hinzu bitten. Ohne Subjektivität lebt ein Ich nicht. Das digitale Ich ist eine Schimäre.

Dienstag, 12. November 2013

Anmerkung zum methodischen Problem des Journalismus

Gute Journalisten bringen, neben ihren Aufgaben der Information, Klärung und Kontrolle, enorme synthetische Leistungen zustande: sie beschreiben und deuten die Texte und Subtexte des öffentlichen Diskurses; sie ordnen die Vielzahl und die Komplexität der kursierenden Texte. In dieser Aufgabe sind sie Gruppen-Therapeuten ähnlich, die das interaktive Geschehen von Mitgliedern von Gruppen  - Übertragungen, Projektionen, geteilte Fantasien und die mit ihnen verbundenen Affekte - identifizieren, ordnen und interpretieren; ihre Interventionen sind Erfahrungs- und Theorie-geleitet. Welche Theorien-geleitete Methoden haben Journalisten? Diese Frage hatte ich, als ich Kurt Kisters  Aufsatz "Beziehungsweise. Die Kanzlerin und der U.S.-Präsident brauchen einander. Aber das Vertrauen ist erst mal weg. Über die Unmöglichkeit der politischen Freundschaft" (SZ vom 9./10.11.2013 Nr. 259; V2 S.1) las. Das Problem der Vokabel vom Vertrauen als Beschreibungsbegriff für die (behauptete) symmetrische Beziehung der Regierungschefin zu ihrem Kollegen, der wahrscheinlich eher ein Über-Kollege ist, erörtere ich jetzt nicht (s. meinen Blog vom 12.11.2013: Ziemlich beste Friends). Mir fiel dieser Satz auf:
"Für Merkel aber, und nicht nur für sie, ist Obama, jenseits seiner zweifelsohne bedeutenden Position, die geradezu nach einer Müntefering-Freundschaft schreit, ein eloquenter, zu pathetischer, zu häufig unzuverlässiger Präsident, mit dem sie trotzdem auskommen muss".

Ist Obama zu pathetisch, zu häufig unzuverlässig? Woran hat Kurt Kister das gemessen? An seiner eigenen Bewegtheit oder Rührung beim Anhören einer Obama-Rede? Die U.S.A. haben ganz anders als wir eine Kultur der nationalen Selbstvergewisserung - die wir uns nicht zutrauen: nicht zutrauen können.  Und was ist: zu häufig unzuverlässig? Nicht eingelöste Versprechen? Wir wissen nicht, welche Machtverhältnisse Barack Obama vorfand und (vielleicht) unterschätzt hatte; wir wissen nicht, welche Realitäten der Hass des Ressentiments wo und wie etablierte. Und muss unsere Kanzlerin mit ihm auskommen? Das Auskommen ist ein Verbum, das zu einer persönlichen, direkten Beziehung gehört, in der die Beteiligten ihre Interessen und Positionen (Eheleute wie Angestellter und Chef) aushandeln. Aber die Beziehung von Merkel und Obama ist keine persönliche, direkte Beziehung, sondern eine unpersönliche, indirekte, weil von den eigenen Apparaten und von den Interessen des eigenen Landes strukturierte Beziehung. Auskommen: reduziert die Komplexität der Gestaltung einer politischen Beziehung. Das Problem für den Journalisten sind seine Theorie des Verständnisses von Interaktionen (die Gefahr, auf vertraute Beziehungsmetapher zurückzugreifen), sein Blick des von den politischen Beziehungen Ausgeschlossenen  - ihm bleibt die Wahrnehmung der vermittelten Politik - und die Beschreibungen für das Geschehen realer politischer Beziehungen aus zweiter, dritter oder vierter Hand. Der Journalist kann seine persönlichen Berichterstatter nicht nennen; so kann er auch nicht sagen, wie er deren Berichte mit welchen Hypothesen liest. Wir wiederum können sie leider nicht prüfen, wohl die Plausibilität der Texte und Argumente.


(Überarbeitung: 7.5.2015)

"F.B.I....C.I.A....O.N.I....we're all in the same alphabet soup"

Im März dieses Jahres war ich mit einem alten Freund - Kinogänger und Western-Fan wie ich - in den U.S.A.: unter anderem in Rapid City, South Dakota. Rapid City ist, wie ein alter Kinogänger weiß, die letzte Station in Alfred Hitchcocks Reise- und Agenten-Thriller North By Northwest aus dem Jahr 1959. Rapid City ist wegen Mount Rushmore, eines Bergs der Black Hills, berühmt, aus dem ein riesiges Team von Steinmetzen und anderen Helfern über 30 Jahre lang die Köpfe von vier U.S.-Präsidenten herausmeißelten: George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln. Über deren Köpfe turnten - natürlich in einem Hollywood-Studio - Eva Maria Saint und Cary Grant auf der Flucht vor zwei bösen Burschen.

Mount Rushmore ist, anders als im Hitchcock-Film, eine riesige Anlage geworden; am Eingang gibt es eine Informationshalle. Mit einem der Angestellten kam ich ins Gespräch über North By Northwest und Alfred Hitchcock. Sein favorisierter Hitchcock-Film war Vertigo (U.S.A. 1958); meiner ist: North By Northwest; seit 1959 habe ich ihn mindestens einmal im Jahr gesehen. Aber wir konnten uns verständigen auf die besten Dialog-Zeilen in North By Northwest. Unsere gemeinsam hoch geschätzte Dialog-Zeile war: "F.B.I....C.I.A....O.N.I....we're all in the same alphabet soup". Cary Grant (als der gehetzte Roger O. Thornhill) bekam diesen Satz zur Antwort auf seine Frage, wer der Mann wäre, der ihn gerade aufs Flugfeld in Chicago führte - es war der Professor (Leo G. Carroll), Leiter eines Teams von der N.S.A., der mit der Formel von der alphabetischen Suppe keine richtige Auskunft gab. Aber im Film erfuhren wir von der Unbarmherzigkeit dieser Behörde.

Früher warb DER SPIEGEL mit der Formel "SPIEGEL-Leser wissen mehr". Richtigerweise muss es heißen: Kinogänger wissen mehr. Seit (spätestens) North by Northwest kennen wir die Skrupellosigkeit des U.S.-Geheimdienstes. Hollywood als Traumfabrik zu etikettieren, ist ein Missverständnis des Kinos
nordamerikanischen Zuschnitts. Es ist auch eine Realitätsfabrik. Man muss die Wirklichkeit herauslesen. Paul Greengrass führte die erstaunlichen Fähigkeiten des U.S.-Geheimdienstes vor, der mit  dem britischen Dienst kooperierte: Bourne Ultimatum (U.S.A. 2007). Deshalb versteht unsereiner die Aufregung nicht: Geheimdienste tun was sie können; sie lieben die Erotik der Macht und den Blick in die Hinterzimmer und Hinter-Hinterzimmer, was mit psychoanalytischer Auslegung ein etwas seltsames Interesse ist. Aber offenbar sind sie nützlich - sagen unsere Politiker. Allerdings muss man erwarten, dass sie die geheimen Dienste auch kontrollieren. Das wird natürlich schwierig, wenn man nichts von ihnen weiß und von ihrer Existenz überrascht wird. Aber das, schlage ich vor, lesen wir als Ausdruck der Überraschung, auf dem fürs Bestehen in der Öffentlichkeit falschen Fuß erwischt worden zu sein.

Ziemlich beste Friends

Wer die Vereinigten Staaten von Amerika schon einmal besucht hat, weiß: dort geht es anders zu als bei uns; dort geht man anders miteinander um als bei uns. Beginnt man die Unterschiede zu typisieren, läuft man Gefahr, Klischees zu beschreiben. Es gibt natürlich deutliche Unterschiede. Wer dort einreist, muss durch die Immigration. Das ist eine ernste Vokabel. Sie kündigt an: hier wird penibel geprüft. Manchmal besonders penibel; manchmal nicht, dann geht es ganz humorvoll zu. Wenn man anklingen lässt, dass man den Ernst der Prüfung nicht ernst nimmt, wird es schwierig. In jedem Fall wird kontrolliert, mit dem Rechner abgeglichen und registriert: die Daten im Pass, seit dem patriot act in der Folge des 11. September 2001 der Fingerabdruck (beider Hände) - und fotografiert. Welche Daten der Rechner vorhält, weiß ich nicht; sicherlich die Flugdaten, vielleicht auch die Daten der Geschichte der eigenen U.S.A.-Besuche. Unsere Tochter vermutet: die bei der Einreise abgenommenen Fingerabdrücke werden mit den Fingerabdrücken in unseren Pässen verglichen. Wer weiß?

Im alltäglichen Umgang geht es großzügig-freundlich zu. Wenn man drei englische Wörter kann, spricht man die Sprache fließend. Wird man von einem Nordamerikaner, der einen einigermaßen kennt (vielleicht von der letzten Tagung), einem Landsmann vorgestellt, wird man als friend eingeführt. Die Vokabel friends wird elastisch gebraucht: es wird einem einfach gemacht; die gerade entstehende Beziehung erhält einige Vorschusslorbeeren, womit die ersten (vielleicht beschämenden) Holprigkeiten  erster Begegnungen gemildert werden. Natürlich gibt  es einen sorgfältigen Gebrauch des Worts vom Freund. Bis man sich nämlich als Freund eines Nordamerikaners fühlt, braucht es eine ganze Reihe guter, sehr persönlicher Begegnungen. Dann ist das Wort friend eine Auszeichnung und wie bei uns das Resultat eines längeren interaktiven Prozesses gegenseitiger Abstimmung über die Qualität der Beziehung.

Deshalb sollte man den Gebrauch des Wortes Freundschaft, das die Firma facebook, die ihr Geschäft mit dem Vermitteln von Beziehungsgefügen macht, übersetzen als einen Begriff der Einladung oder Ermunterung zu einer oder mehrerer Beziehungsaufnahmen. Das Fernsehen gestattet fantasierte Beziehungen zu den Protagonisten der Mattscheibe, facebook eine Beziehungsform zwischen dem fantasierten und dem direkten Kontakt geteilter Anwesenheit, wobei das Versprechen mitläuft, dass aus der indirekten eine direkte Beziehung wird. Sehe ich unsere Tochter und deren facebook-Beziehungsgefüge, dann habe ich den Eindruck, dass sie mit dieser Form des Kontaktes als einer spezifischen Dosierung von veröffentlichter Intimität gut zurecht kommt. Apokalyptische Sorgen machen sich die Erwachsenen, die mit den nordamerikanischen Beziehungs-Einladungen nicht vertraut sind und sich an den deutschen Konnotationen orientieren - weshalb noch immer das Klischee, der Vorwurf und die Verachtung der jenseits des Atlantiks herrschenden Beziehungs-Beweglichkeit des Kontaktes existieren.

Weshalb das Entsetzen und die öffentliche Empörung der Bundeskanzlerin so groß waren, als sie realisierte, dass sie von den amerikanischen Freunden nicht als Freundin behandelt wurde. Das geht nicht, sagte sie. Natürlich geht das. Die Bundesrepublik war - ist sie es noch? - ein besetztes Land, in dem die Alliierten sich vertraglich die Arbeit ihrer Geheimdienste ausbedungen hatten, was wiederum geheim gehalten werden musste, so dass der erste Kanzler der Republik über den Grad der politischen Unbeweglichkeit nur ungefähre Auskunft gab. Die Rede von der Freundschaft war die damalige Rhetorik der Beschwichtigung der tiefen Nachkriegs-Beschämung und der politischen Abhängigkeit; zuerst gab es die deutsch-französische Freundschaft, dann die amerikanischen Freunde; die adressierten politischen Kollegen nahmen das Beziehungsangebot der Beschwichtigung freundlicherweise auf - und verfolgten ihre Interessen. John F. Kennedy hatte mit seinem rührenden Eingeständnis der Solidarität - ich bin ein Berliner - die westdeutsche Bedürftigkeit und Scham-Bereitschaft getroffen. Aber man darf die politische Rhetorik und die damit transportierten Fantasien gegenseitig geteilter Sympathie (Charles DeGaulle und Konrad Adenauer als unser erstes - vermeintliches - Politiker-Freundespaar) nicht mit einem privaten Kontakt verwechseln. Politische Beziehungen verhandeln ein besonderes Geschäft; sie sind Interessen-geleitet, taktisch und strategisch vorbereitet und wahrscheinlich nur, wenn es um das Wetter oder ähnlich delikate Sachverhalte geht, spontan.

Deshalb fällt mir schwer, an die Echtheit der spontanen Empörung unserer Kanzlerin zu glauben. Nach meiner Lesart versuchte sie, in der Mitte der Woche der Empörung dem SPIEGEL und dessen Montagsausgabe zuvorzukommen, der mit der Nachricht vom Abhören der Kanzlerin seinen Punkt zu machen suchte. Angela Merkel scheint mir unsere Protagonistin der Treuherzigkeit zu sein - häufig dazu gut, die kritischen Momente wegzubügeln mit dem Propagieren der Normalität: während in Fukushima die Atommeiler barsten, waren unsere Anlagen sicher - sonst würde sie ja ihren Amtseid verletzen, sagte sie; war der bayrische Baron zwar kein Wissenschaftler, aber ein tüchtiger Minister; war es gut, dass Osama bin Laden exekutiert wurde; hatte sie nichts von der fleißigen N.S.A. gehört. Mit Martin Landau aus dem grandiosen North by Northwest von Alfred Hitchcock mit dem Drehbuch von Ernest Lehman könnte man sagen: Treuherzigkeit - neatness hieß die Vokabel im Film - "is always the result of deliberate planning".

Sollte sie wirklich nicht wissen, was U.S.-Behörden tun? Sollte sie nicht wissen, dass die Alliierten in dem besetzten Land Bundesrepublik Deutschland  das Recht zur Spionage hatten oder haben? Wir wissen es nicht, weil noch nie eine bundesdeutsche Regierung darüber informiert hat.  Sollte sie noch nie etwas von  Josef Foschepoths Arbeit "Überwachtes Deutschland. Post- und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik" gehört haben? Sollte sie wirklich nicht wissen, was unsere Geheimdienste machen? Sollte sie nicht wissen, was die Briten machen? Sollte sie noch nie ein Foto der riesigen Anlagen gesehen haben, die von weitem aussehen wie Golfbälle und von den Engländern in North Yorkshire so genannt werden? Seit den 70er Jahren ist bekannt, dass Großbritannien alle transatlantischen Gespräche von Europa in die U.S.A. abhört. Wenn ich mich richtig erinnere, war damals die Aufregung in England gering. Heute sind die CCTVs in London eine Selbstverständlichkeit. Im vorletzten Bourne-Film von Paul Greengrass sah ich, wie der U.S.-Geheimdienst sich blitzartig die Monitore zuschalten lassen kann.

Angela Merkels Einsatz der Strategie der Treuherzigkeit ist natürlich erschlossen. Aber nehmen wir an, sie existiert: dann besteht ihre Kunst  in der Erzeugung eines familiären Tonfalls und im Gebrauch familiärer vertrauter Metapher. Offenbar ist sie doch erfolgreich. Denn inzwischen gibt es journalistische und psychoanalytische Kommentatoren des politischen Geschehens, die die (strategische) familiäre Heimeligkeit der Bundeskanzlerin als unsere Wahrnehmung der Bundeskanzlerin lesen, der wir als unsere fantasierte und sehr gewünschte Groß-Mutti bereitwillig folgen - und nicht als Politik-Nebel des Bundeskanzleramtes, das uns mit Absicht im unklaren lässt. Ich wünsche mir eine Regierungschefin, die weiß, was läuft, und die sagt, was läuft.


(Überarbeitung: 7.5.2015)